Während in Europa die Winterkälte Einzug hält, beginnt auf der anderen Seite der Welt die perfekte Reisezeit für eines der faszinierendsten Reiseziele Tasmaniens. Port Arthur im Dezember ist ein Geheimtipp für Paare, die Geschichte, Natur und Abenteuer miteinander verbinden möchten, ohne dabei ihr Reisebudget zu sprengen. Die langen Sommertage, die milden Temperaturen um die 20 Grad und die noch überschaubare Besucherzahl vor der Hochsaison im Januar machen diesen Monat ideal für eine mehrtägige Erkundung dieser außergewöhnlichen Region an der Tasman-Halbinsel.
Eine Reise in Australiens düstere Vergangenheit
Port Arthur ist weit mehr als nur eine ehemalige Sträflingskolonie – es ist ein Fenster in die komplexe Geschichte Australiens. Die beeindruckend erhaltenen Ruinen der Strafanstalt aus dem 19. Jahrhundert liegen malerisch an einer geschützten Bucht, umgeben von üppigen Gärten und dramatischen Klippen. Der Kontrast zwischen der düsteren Geschichte dieses Ortes und seiner atemberaubenden natürlichen Schönheit schafft eine ganz besondere Atmosphäre, die Besucher nachhaltig berührt.
Im Dezember könnt ihr die historische Stätte bei angenehmem Wetter erkunden, wenn die Sonne die sandsteinfarbenen Gebäude in warmes Licht taucht. Plant mindestens einen halben Tag für die Erkundung der Anlage ein. Der Eintritt kostet etwa 35 Euro pro Person und beinhaltet eine Hafenrundfahrt sowie geführte Rundgänge. Ein echter Spartipp: Das Ticket gilt für zwei aufeinanderfolgende Tage, sodass ihr die Anlage in Ruhe erkunden könnt, ohne euch zu hetzen.
Naturerlebnisse entlang der Tasman-Halbinsel
Die Umgebung von Port Arthur bietet spektakuläre Küstenlandschaften, die zu den schönsten Australiens zählen. Die zerklüfteten Dolerit-Klippen, türkisfarbene Buchten und versteckten Strände sind perfekt für romantische Spaziergänge und Wanderungen.
Cape Raoul ist ein absolutes Highlight für wanderbegeisterte Paare. Die etwa vierstündige Rundwanderung führt euch durch tasmanischen Buschwald zu einem der eindrucksvollsten Aussichtspunkte der Insel. Von den 300 Meter hohen Klippen habt ihr einen atemberaubenden Blick über die Tasman-See. Im Dezember blühen entlang des Weges zahlreiche einheimische Pflanzen, und mit etwas Glück könnt ihr Seevögel und sogar Delfine vom Klippenrand aus beobachten.
Die Remarkable Cave ist ein weiteres Naturwunder, das ihr nicht verpassen solltet. Eine kurze Wanderung führt zu dieser beeindruckenden Meereshöhle, deren Öffnung bei Flut wie eine natürliche Skulptur wirkt. Der Zugang ist kostenlos und besonders zum Sonnenuntergang ein magischer Ort für Paare.
Versteckte Buchten und einsame Strände
Abseits der Hauptattraktionen findet ihr entlang der Küstenstraße zahlreiche kleine Buchten. Die Fortescue Bay ist ein Paradies für Naturliebhaber: kristallklares Wasser, weißer Sand und Wanderwege, die durch Küstenvegetation zu abgelegenen Aussichtspunkten führen. Im Dezember ist das Wasser mit etwa 16 Grad noch frisch, aber durchaus zum Schwimmen geeignet – zumindest für Mutige. Schnorcheln ist hier ebenfalls möglich, und die Unterwasserwelt mit ihren Kelpwäldern ist faszinierend.
Praktische Tipps für die Fortbewegung
Ein Mietwagen ist für die Erkundung der Tasman-Halbinsel praktisch unverzichtbar. Von Hobart aus erreicht ihr Port Arthur in etwa 90 Minuten über gut ausgebaute Straßen. Die Mietwagenpreise beginnen im Dezember bei etwa 30 Euro pro Tag für ein Basismodell. Bucht möglichst früh, da die Verfügbarkeit zur Sommersaison eingeschränkt sein kann.
Ein cleverer Spartipp: Viele kleinere lokale Vermieter bieten günstigere Konditionen als die großen internationalen Ketten. Achtet darauf, dass ihr ausreichend Benzin einkalkuliert – Tankstellen sind in der Region rar und die Preise höher als in Hobart.
Die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis. Die Arthur Highway führt durch malerische Landschaften, vorbei an historischen Ortschaften und mit spektakulären Ausblicken auf die Küste. Plant Zwischenstopps ein, um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen.

Günstig übernachten in der Region
Für mehrere Tage in Port Arthur gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten, die auch für kleinere Budgets geeignet sind. Campingplätze in der Umgebung bieten Stellplätze ab etwa 25 Euro pro Nacht für zwei Personen. Besonders der Campingplatz an der Fortescue Bay liegt traumhaft direkt am Strand und bietet Basisausstattung mit Toiletten und kalten Duschen.
Wer etwas mehr Komfort möchte, findet einfache Ferienhäuser und Selbstversorger-Apartments ab circa 70 Euro pro Nacht. Diese Option lohnt sich besonders für Paare, da ihr durch Selbstverpflegung deutlich Geld sparen könnt. In den kleinen Ortschaften entlang der Strecke gibt es auch preiswerte Gästehäuser mit gemütlichem Charme ab etwa 60 Euro für ein Doppelzimmer.
Kulinarisch clever planen
Restaurants in Port Arthur sind begrenzt und tendenziell touristisch ausgerichtet. Ein Hauptgericht kostet in der Regel zwischen 20 und 30 Euro. Für ein mehrtägiges Abenteuer als Paar empfiehlt es sich daher, in Hobart vor der Abfahrt einzukaufen und Proviant mitzunehmen.
Tasmanien ist bekannt für seine frischen Produkte: Artisan-Käse, lokales Brot, frisches Obst und Meeresfrüchte bekommt ihr auf den Märkten in Hobart zu fairen Preisen. Ein Picknick mit regionalen Produkten an einem der spektakulären Aussichtspunkte ist nicht nur romantisch, sondern auch deutlich günstiger als Restaurantbesuche.
In den kleinen Ortschaften entlang der Route findet ihr gelegentlich Bäckereien und kleine Cafés, wo ihr für 8 bis 12 Euro ein solides Mittagessen bekommt. Besonders die traditionellen australischen Fleischpasteten sind preiswert und sättigend.
Weitere Entdeckungen rund um Port Arthur
Die Tasman Arch und der Devils Kitchen sind beeindruckende geologische Formationen, die ihr auf einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz aus erreichen könnt. Diese natürlichen Felsbögen und Spalten demonstrieren die Kraft der Meereserosion und sind kostenlos zugänglich. Die kurzen Boardwalks ermöglichen spektakuläre Ausblicke auf die tosende Brandung weit unten.
Für Geschichtsinteressierte lohnt sich ein Abstecher zum Coal Mines Historic Site, einer weniger besuchten ehemaligen Kohlemine, in der Sträflinge unter härtesten Bedingungen arbeiten mussten. Der Zugang ist kostenfrei und bietet einen ruhigeren, kontemplativeren Einblick in die Sträflingsgeschichte als die Hauptanlage.
Die beste Reisezeit nutzen
Der Dezember bietet den perfekten Kompromiss zwischen gutem Wetter und überschaubaren Besucherzahlen. Die Tage sind mit bis zu 15 Stunden Tageslicht besonders lang, was euch maximale Zeit für Erkundungen gibt. Die Temperaturen sind angenehm warm, ohne die Hitze des Hochsommers im Januar und Februar.
Packt dennoch Kleidung für verschiedene Wetterlagen ein. Tasmanien ist bekannt für sein wechselhaftes Wetter, und selbst im Sommer können kühlere Winde von der Antarktis für frische Momente sorgen. Eine wind- und wasserdichte Jacke gehört unbedingt ins Gepäck.
Die Geistertouren in der historischen Stätte nach Einbruch der Dunkelheit sind im Dezember besonders eindrucksvoll, wenn die langen Sommerabende erst spät dunkel werden. Diese Touren kosten zusätzlich etwa 25 Euro pro Person und bieten eine völlig andere Perspektive auf die Geschichte des Ortes – atmosphärisch und durchaus gruselig.
Port Arthur und die Tasman-Halbinsel im Dezember sind perfekt für Paare, die eine Mischung aus Geschichte, Natur und Abenteuer suchen. Mit kluger Planung, Selbstverpflegung und der Nutzung kostenloser Naturattraktionen lässt sich diese einzigartige Region auch mit begrenztem Budget intensiv erleben. Die Kombination aus kulturellem Erbe und unberührter Natur macht jeden Tag zu einem neuen Abenteuer, bei dem ihr gemeinsam unvergessliche Momente sammelt.
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