Wenn die grauen Novembertage in Europa Lust auf Flucht machen, während die Karibik gerade ihre angenehmste Reisezeit erlebt, bietet sich ein verlängertes Wochenende in Trinidad an – jener kubanischen Kolonialstadt, die aussieht, als hätte jemand die Zeit angehalten und dann noch Salsa-Musik dazugedreht. Mit Freunden hierher zu reisen bedeutet: Kopfsteinpflaster unter den Füßen, Rum in den Gläsern und das Gefühl, gemeinsam in eine farbenfrohe Filmkulisse eingetaucht zu sein. Der November ist perfekt für diese Reise – die Regenzeit klingt ab, die Temperaturen pendeln sich bei angenehmen 28 Grad ein, und die Haupttouristensaison hat noch nicht begonnen, was sowohl die Preise als auch die Menschenmassen im Zaum hält.
Warum Trinidad im November die perfekte Wahl ist
Trinidad unterscheidet sich fundamental von Havanna. Während die Hauptstadt pulsiert und laut ist, verzaubert Trinidad durch Intimität und koloniales Erbe. Die UNESCO-geschützte Altstadt mit ihren pastellfarbenen Häusern, schmiedeeisernen Gittern und Innenhöfen voller Pflanzen wirkt authentischer als vieles, was man sonst in der Karibik findet. Im November habt ihr als Reisegruppe den Vorteil, dass die Stadt noch nicht überlaufen ist, ihr aber bereits von stabilem Wetter profitiert. Die Luftfeuchtigkeit ist erträglicher als in den Sommermonaten, was lange Spaziergänge und Erkundungen deutlich angenehmer macht.
Das Besondere an Trinidad mit Freunden: Die Stadt ist kompakt genug, um alles zu Fuß zu erkunden, aber vielfältig genug, dass jeder auf seine Kosten kommt. Während sich einige für Architektur und Geschichte begeistern, können andere in die Musik- und Tanzszene eintauchen oder die nahegelegenen Strände und Berge erkunden.
Was euch in Trinidad erwartet
Das Herz der Stadt schlägt auf der Plaza Mayor, umgeben von Palästen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die heute Museen behergen. Der Glockenturm des ehemaligen Franziskanerklosters ragt in den tropischen Himmel und bietet einen fantastischen Ausblick über die Terrakotta-Dächer der Stadt bis hin zum Escambray-Gebirge. Aber die wahre Magie Trinidads offenbart sich, wenn ihr einfach durch die Gassen schlendert, an offenen Türen vorbeikommt, hinter denen Familien leben, Musik erklingt und das echte kubanische Leben stattfindet.
Die Casa de la Música am Rande der Altstadt verwandelt sich abends in einen Open-Air-Treffpunkt, wo Live-Bands spielen und sowohl Einheimische als auch Besucher tanzen. Der Eintritt liegt meist bei etwa 1 bis 2 Euro, ein Cocktail kostet um die 2 bis 3 Euro – für europäische Verhältnisse ein Witz. Hier könnt ihr als Gruppe den Tag ausklingen lassen, vielleicht auch ein paar Salsa-Schritte wagen, ohne euch lächerlich zu machen, denn alle sind beschwingt und die Atmosphäre entspannt.
Abenteuer jenseits der Stadtgrenzen
Ein Wochenende in Trinidad wäre unvollständig ohne einen Ausflug zum Playa Ancón, einem der schönsten Strände Kubas. Etwa 12 Kilometer südlich der Stadt erstreckt sich dieser puderzuckerweiche Sandstrand mit türkisblauem Wasser. Im November ist das Meer noch warm genug zum Schwimmen, und die Sonne brennt nicht so erbarmungslos wie in den Sommermonaten. Die günstigste Variante ist ein Sammeltaxi, das euch für etwa 5 Euro pro Person hin und zurück bringt. Packt euer eigenes Essen ein – in den kleinen Läden der Stadt bekommt ihr frisches Brot, Käse und Obst für wenige Euro.
Für die Abenteuerlustigeren in der Gruppe bietet sich eine Wanderung im Topes de Collantes Nationalpark an. Das Escambray-Gebirge ist mit üppiger Vegetation überzogen, durchzogen von Wasserfällen und natürlichen Pools. Die Wanderung zum Salto del Caburní, einem 62 Meter hohen Wasserfall, dauert etwa drei Stunden hin und zurück und führt durch Kaffeeplantagen und Nebelwald. Der Eintritt in den Park kostet um die 5 Euro, und die Wanderung könnt ihr problemlos selbst organisieren – die Wege sind gut ausgeschildert.
Praktische Tipps für die Fortbewegung
Trinidad selbst erkundet ihr am besten zu Fuß. Die Altstadt ist klein und überschaubar, und gerade beim Schlendern entdeckt ihr die versteckten Schönheiten. Für Ausflüge in die Umgebung gibt es mehrere Optionen: Sammeltaxis sind die günstigste Variante und kosten je nach Strecke zwischen 3 und 10 Euro pro Person. Die klassischen Oldtimer könnt ihr euch als Gruppe auch für einen halben Tag mieten – rechnet hier mit etwa 40 bis 60 Euro für den Wagen, was sich zu viert oder fünft durchaus lohnt.

Alternativ könnt ihr Fahrräder mieten, was etwa 5 bis 8 Euro pro Tag kostet. Damit erreicht ihr bequem den Strand oder das Valle de los Ingenios, ein Tal voller ehemaliger Zuckerrohrplantagen mit dem Iznaga-Turm als Wahrzeichen. Die Straßen sind im November trocken, und die Temperaturen machen längere Radtouren erträglich.
Unterkunft ohne Vermögen auszugeben
Das Geheimnis günstigen Reisens in Kuba sind die Casas Particulares – private Unterkünfte, die von Einheimischen angeboten werden. In Trinidad gibt es davon reichlich, erkennbar an den blauen Schildern mit dem Anker-Symbol an den Häusern. Für etwa 15 bis 25 Euro pro Zimmer und Nacht bekommt ihr saubere, oft charmant eingerichtete Räume, und als Gruppe könnt ihr oft mehrere Zimmer im selben Haus nehmen oder sogar ganze Apartments mieten.
Der Vorteil: Eure Gastgeber sind wahre Informationsquellen. Sie wissen, wo es das beste Essen gibt, welche Veranstaltungen gerade stattfinden und wie ihr am günstigsten von A nach B kommt. Viele bieten auch Frühstück an – für etwa 3 bis 5 Euro bekommt ihr frisches Obst, Eierspeisen, Kaffee und Saft, oft mehr als ihr essen könnt. Das ist nicht nur preiswerter als Restaurants, sondern auch eine Gelegenheit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen.
Essen und Trinken für kleines Budget
Die kubanische Küche ist herzhaft und sättigend, wenn auch nicht sonderlich raffiniert. In staatlichen Restaurants zahlt ihr in Nationalwährung (CUP) deutlich weniger als in den auf Touristen ausgerichteten Lokalen. Eine ordentliche Portion Ropa Vieja (geschmortes Rindfleisch), Reis, schwarze Bohnen und frittierte Kochbananen bekommt ihr für umgerechnet 3 bis 5 Euro. Haltet Ausschau nach unscheinbaren Lokalen abseits der Hauptplätze – dort essen die Einheimischen, und dort sind die Preise am fairsten.
Straßenverkäufer bieten Pizza-Stücke, gefüllte Teigtaschen und frittierte Snacks für unter einem Euro an – perfekt für zwischendurch. Obst kauft ihr am besten auf dem lokalen Markt: Mangos, Papayas und Ananas sind im November frisch und kosten einen Bruchteil dessen, was ihr zu Hause zahlen würdet.
Beim Trinken seid ihr in Kuba im Paradies: Ein Mojito oder Cuba Libre kostet in einfachen Bars etwa 2 Euro, eine Flasche lokales Bier um die 1 bis 1,50 Euro. Kauft euren Rum im Supermarkt – eine anständige Flasche kostet etwa 6 bis 8 Euro – und genießt den Sonnenuntergang mit selbstgemixten Cocktails auf einer der Dachterrassen.
Insider-Tipps für euer Wochenende
Besucht Trinidad an einem Samstag, wenn in der Calle Real das wöchentliche Straßenfest stattfindet. Verschiedene Bands spielen Live-Musik, die ganze Stadt ist auf den Beinen, und die Stimmung ist mitreißend. Das kostet keinen Cent Eintritt und ist authentischer als jede organisierte Show.
Vergesst nicht, Bargeld mitzubringen – Kreditkarten funktionieren in Kuba nur eingeschränkt, und Geldautomaten sind nicht immer zuverlässig. Wechselt Euro direkt in CUP, nicht in die konvertible Währung, damit kommt ihr günstiger weg. Plant etwa 30 bis 40 Euro pro Person und Tag ein, wenn ihr sparsam, aber nicht asketisch reisen wollt.
Der November bringt gelegentlich noch kurze Regenschauer, aber die ziehen meist schnell vorbei. Packt eine leichte Regenjacke ein, aber macht euch keine Sorgen – das Wetter wird euer Wochenende nicht verderben. Die Abende können minimal kühler sein, ein langärmliges Hemd reicht völlig.
Trinidad im November mit Freunden zu erleben bedeutet, gemeinsam in eine andere Zeit einzutauchen, wo das Leben langsamer fließt, die Musik lauter spielt und das Budget nicht der limitierende Faktor ist. Die Stadt bietet genug Abwechslung für ein intensives Wochenende, ohne dass ihr euch gehetzt fühlen müsst. Und wenn ihr abends gemeinsam auf einer der Treppen rund um die Plaza Mayor sitzt, Rum trinkt und den Straßenmusikern lauscht, versteht ihr, warum manche Reiseziele einen besonderen Platz im Herzen erobern.
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