Riesenwellen auf Teneriffa fordern drei Tote: Was hinter der dramatischen Tragödie steckt
Ein traumhafter Wintertag auf Teneriffa verwandelt sich innerhalb von Sekunden in ein tödliches Drama. Touristen flanieren entlang der spektakulären Steilküste bei Los Gigantes, einige wagen sich in die natürlichen Felsbecken für ein erfrischendes Bad im Atlantik. Doch eine gigantische Welle bricht über die Küste herein, reißt Menschen mit sich ins Meer und hinterlässt Tod und Verzweiflung. Die Suchanfrage Riesenwellen auf Teneriffa drei Tote explodiert förmlich – mehr als 10.000 Suchanfragen allein in den letzten Stunden zeigen, wie sehr dieses Ereignis die Menschen bewegt.
Das massive Interesse erklärt sich durch mehrere Faktoren: Teneriffa gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen, besonders im Winter. Viele haben die Insel selbst besucht oder einen Urlaub dort geplant. Die Vorstellung, dass ein entspannter Strandtag plötzlich in einer Katastrophe endet, trifft einen empfindlichen Nerv. Hinzu kommt, dass sich innerhalb eines Monats zwei nahezu identische Unglücke mit jeweils mehreren Todesopfern ereignet haben – ein alarmierendes Muster, das Fragen nach der Sicherheit auf den Kanaren aufwirft.
Tödliches Unglück am Naturschwimmbecken Isla Cangrejo bei Los Gigantes
Der aktuelle Vorfall ereignete sich an einem der beliebtesten Küstenabschnitte im Westen Teneriffas, in der Nähe der beeindruckenden Felsformation Los Gigantes. Genauer gesagt traf es das Naturschwimmbecken Isla Cangrejo, eine von Touristen und Einheimischen gleichermaßen geschätzte Badebucht, die durch vulkanisches Gestein vom offenen Meer abgetrennt ist. Doch dieser natürliche Schutz erwies sich als trügerische Sicherheit.
Plötzlich und ohne erkennbare Vorwarnung rollte eine massive Welle über die Felskante hinweg und überflutete das gesamte Becken. Menschen, die gerade noch entspannt im flachen Wasser planschten oder auf den Felsen saßen, wurden von der gewaltigen Wassermasse erfasst und ins offene Meer gezogen. Die Rettungskräfte wurden sofort alarmiert, doch für mehrere Betroffene kam jede Hilfe zu spät. Zunächst bargen die Einsatzkräfte drei Todesopfer aus dem Wasser: zwei Männer und eine Frau. Ein 35-jähriger Mann und eine 55-jährige Frau konnten nur noch tot aus den Fluten geborgen werden. Mindestens eine weitere Person galt als vermisst, mehrere Menschen wurden teils schwer verletzt in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Bilanz verschlimmerte sich jedoch noch: Eine zunächst gerettete Frau erlitt einen Herzstillstand und verstarb später im Krankenhaus. Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf vier Menschen.
Behörden warnten vor hohem Wellengang – die Warnungen wurden ignoriert
Das wirklich Tragische an diesem Unglück: Es hätte verhindert werden können. Die Behörden der Kanarischen Inseln hatten bereits Tage vor dem Vorfall eindringlich vor hohem Wellengang gewarnt. Offizielle Warnmeldungen forderten die Bevölkerung und Touristen auf, Küstenbereiche, Felskanten und das Meer bei hohem Wellengang unbedingt zu meiden. Besonders betont wurde, nicht für Fotos oder Videos zu nah ans Wasser zu gehen – eine Mahnung, die in Zeiten von Instagram und TikTok besonders relevant erscheint.
Doch viele Menschen unterschätzen die Gefahr offenbar systematisch. Die Riesenwellen auf Teneriffa wirken aus der Ferne oft weniger bedrohlich als sie tatsächlich sind. Bei scheinbar ruhigem, windstillem Wetter wiegen sich Besucher in falscher Sicherheit. Was viele nicht wissen: Diese Monsterwellen entstehen häufig durch weit entfernte Sturmsysteme im Atlantik. Die lange Dünung baut sich über Hunderte von Kilometern auf und trifft dann mit voller Wucht auf die steil aus dem Meer ragenden Vulkaninseln. Das Ergebnis sind plötzliche, unvorhersehbare Wasserwände, gegen die selbst geübte Schwimmer keine Chance haben.
Bereits 60 Ertrunkene auf den Kanaren in diesem Jahr
Noch beunruhigender wird die Situation, wenn man den Blick auf die jüngere Vergangenheit richtet. Das aktuelle Unglück ist keineswegs ein Einzelfall. Bereits am 8. November 2024 – also nur etwa einen Monat zuvor – ereignete sich auf Teneriffa ein nahezu identisches Drama. Auch damals überraschten Riesenwellen zahlreiche Menschen an der Küste, spülten sie ins Meer und forderten ebenfalls drei Menschenleben. Rund 15 weitere Personen wurden verletzt, darunter viele Touristen aus Frankreich.
Die Häufung solcher Ereignisse wirft ernste Fragen auf. Laut Medienberichten wurden auf den Kanarischen Inseln in diesem Jahr insgesamt rund 60 Ertrunkene gezählt – eine erschreckend hohe Zahl für ein Urlaubsziel, das jährlich Millionen von Besuchern anzieht. Die Küsten der Kanaren sind seit langem für ihre gefährlichen Strömungen und hohen Wellen bekannt, besonders im Herbst und Winter. Doch die aktuelle Häufung tödlicher Unfälle deutet darauf hin, dass sich die Situation verschärft hat.
Klimawandel verstärkt die Gefahr durch Riesenwellen
Experten weisen zunehmend darauf hin, dass der Klimawandel die Gefahr weiter verstärkt. Mit steigendem Meeresspiegel können Wellen höhere Küstenbereiche erreichen, die früher als sicher galten. Naturschwimmbecken, die über Generationen hinweg als geschützte Badeplätze dienten, werden plötzlich zu tödlichen Fallen. Hinzu kommen Veränderungen in Höhe, Periode und Richtung der Wellen, die das Risiko für Überschwemmungen und Extremereignisse erhöhen. Der Meeresspiegelanstieg ist dabei nur ein Faktor. Veränderungen in den Windmustern und Meeresströmungen beeinflussen ebenfalls die Wellenbildung im Atlantik. Was früher vorhersehbar war, wird zunehmend unberechenbar.
Wichtige Sicherheitshinweise für Urlauber auf Teneriffa und den Kanaren
Die Lehre aus diesen tragischen Ereignissen ist eindeutig: Warnungen vor hohem Wellengang müssen ernst genommen werden. Die Versuchung, trotzdem noch schnell ein spektakuläres Foto an der Brandung zu machen oder nur kurz ins Wasser zu gehen, kann tödlich enden. Die Natur auf den Kanarischen Inseln ist beeindruckend schön, aber auch unbarmherzig gefährlich. Wer Teneriffa oder andere Kanareninseln besucht, sollte lokale Warnhinweise beachten, auf offizielle Strandflaggen achten und im Zweifel lieber vorsichtig sein. Die Riesenwellen auf Teneriffa, die bereits mindestens sieben Menschen innerhalb eines Monats das Leben gekostet haben, sind eine ernste Mahnung: Selbst das Paradies hat seine dunklen Seiten, und Respekt vor der Kraft des Ozeans ist nicht optional, sondern überlebenswichtig.
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