Mehrere Instagram-Accounts gleichzeitig nutzen: Diese versteckte Funktion kennen die wenigsten

Wer kennt das nicht: Ein Account für private Schnappschüsse, einer für die berufliche Präsenz und vielleicht noch einer für das kreative Nebenprojekt. Instagram hat längst erkannt, dass viele Nutzer mehrere digitale Identitäten pflegen möchten – und bietet dafür eine elegante Lösung, die erstaunlich viele noch nicht kennen oder nicht vollständig ausschöpfen.

Bis zu fünf Accounts unter einem Dach

Instagram erlaubt es, bis zu fünf verschiedene Accounts gleichzeitig auf einem einzigen Gerät zu verwalten. Das bedeutet: Kein nerviges An- und Abmelden mehr, keine komplizierten Passwort-Jonglierereien und vor allem keine verpassten Benachrichtigungen, weil man gerade im falschen Account eingeloggt ist. Die Funktion existiert schon seit einigen Jahren, wird aber oft übersehen oder unterschätzt.

Der Clou dabei: Der Wechsel zwischen den Accounts funktioniert mit wenigen Fingertipps. Ein kurzer Klick auf das Profilbild unten rechts in der Navigationsleiste – oder alternativ ein langes Gedrückthalten von zwei bis drei Sekunden – und schon öffnet sich ein Menü, über das man zwischen den verschiedenen Identitäten hin- und herspringen kann. Besonders praktisch für alle, die beispielsweise ein kleines Business führen, nebenbei als Influencer aktiv sind oder einfach Privates und Berufliches strikt trennen möchten.

So richtet man mehrere Accounts ein

Die Einrichtung ist denkbar einfach und dauert keine zwei Minuten. Zunächst navigiert man zu seinem Profil und tippt auf die drei horizontalen Linien oben rechts. Im Menü findet sich der Punkt „Einstellungen und Privatsphäre“, danach scrollt man nach unten zu „Konto hinzufügen“ oder „Account hinzufügen“ – die genaue Bezeichnung variiert je nach App-Version.

Jetzt hat man zwei Optionen: Entweder man meldet sich mit einem bestehenden Account an oder erstellt direkt einen neuen. Instagram führt einen durch den Prozess, der sich nicht von einer normalen Registrierung unterscheidet. E-Mail-Adresse oder Handynummer eingeben, Benutzernamen wählen, Passwort festlegen – fertig. Man kann für jeden Account unterschiedliche E-Mail-Adressen verwenden, muss aber nicht zwingend. Instagram erlaubt es auch, dieselbe E-Mail-Adresse für mehrere Accounts zu nutzen. Wer Gmail verwendet, kann mit einem Plus-Zeichen Varianten erstellen – aus „[email protected]“ wird beispielsweise „[email protected]“. Die E-Mails landen trotzdem alle im gleichen Postfach.

Die Verknüpfungsfunktion nutzen

Instagram bietet nicht nur die Möglichkeit, Accounts parallel zu nutzen, sondern sie auch miteinander zu verknüpfen. Diese Verknüpfung bringt einige clevere Vorteile mit sich, die den Alltag erheblich erleichtern. Einmal eingerichtet, teilen verknüpfte Accounts ihre Login-Informationen. Das bedeutet: Wer sich auf einem neuen Gerät anmeldet, kann mit einem Fingertipp auf alle verknüpften Accounts zugreifen, ohne jedes Passwort einzeln eingeben zu müssen. Gerade bei komplexen Passwörtern, die man aus Sicherheitsgründen ja verwenden sollte, ist das ein echter Komfortgewinn. Die Verknüpfung erfolgt automatisch, sobald man einen zweiten Account hinzufügt. In den Einstellungen unter „Kontobereich“ kann man aber jederzeit nachsehen, welche Accounts miteinander verbunden sind, und diese Verbindung bei Bedarf auch wieder lösen.

Gleichzeitiges Posten: Was geht und was nicht

Wer Content auf mehreren Accounts gleichzeitig veröffentlichen möchte, stößt bei der nativen Instagram-App schnell an Grenzen. Die häufig erwähnte Funktion zum direkten Crossposting zwischen mehreren eigenen Instagram-Accounts ist in der Standard-App nicht verfügbar. Stattdessen muss man entweder manuell auf jedem Account posten oder auf externe Planungstools zurückgreifen. Professionelle Lösungen wie Hootsuite, Meta Business Suite oder Creator Studio ermöglichen es, Beiträge, Stories und Reels für mehrere Accounts vorzuplanen und zeitgleich zu veröffentlichen. Diese Tools richten sich vor allem an Social-Media-Manager, Agenturen und Content-Creator, die regelmäßig mehrere Profile bespielen. Für gelegentliche Nutzer bedeutet das allerdings: Der Content muss händisch auf jedem Account einzeln hochgeladen werden.

Was hingegen funktioniert, ist das automatische Crossposting von Instagram zu Facebook. Business- und Creator-Accounts lassen sich genauso einbinden wie private Profile, und mit einer Facebook-Seite verknüpfen, sodass Posts automatisch auch dort erscheinen. Allerdings lässt sich pro Instagram-Account nur eine Facebook-Seite verbinden – wer mehrere Facebook-Präsenzen parallel bespielt, muss hier aufpassen.

Benachrichtigungen im Griff behalten

Mit mehreren Accounts steigt naturgemäß auch die Anzahl der Benachrichtigungen. Instagram hat dafür vorgesorgt und erlaubt es, für jeden Account individuelle Benachrichtigungseinstellungen vorzunehmen. Man erreicht diese über das jeweilige Profil unter „Einstellungen und Privatsphäre“ und dann „Benachrichtigungen“. Hier kann man granular festlegen: Welcher Account darf Push-Nachrichten senden? Bei welchem möchte man nur über Direct Messages informiert werden? Und welcher soll vielleicht komplett stumm bleiben, weil man ihn nur gelegentlich checkt? Instagram zeigt auf dem App-Icon die Gesamtzahl aller ungelesenen Benachrichtigungen über alle Accounts hinweg an. Innerhalb der App sieht man dann auf den ersten Blick, welcher Account neue Aktivitäten verzeichnet, da jedes Profilbild einen kleinen roten Punkt erhält.

Strategische Nutzung für verschiedene Zwecke

Die Möglichkeit, fünf Accounts zu verwalten, eröffnet kreative Nutzungsszenarien. Freelancer können beispielsweise einen privaten Account, einen für ihr Hauptbusiness, einen für ein Nebenprojekt, einen Test-Account für neue Strategien und einen weiteren für lokale Netzwerke führen. Fotografen nutzen häufig getrennte Accounts für verschiedene Genres: Porträts, Landschaften, Street Photography. Social-Media-Manager verwalten die Accounts ihrer Kunden direkt neben ihrem eigenen. Eltern richten manchmal einen separaten Account ein, um Kinderfotos nur mit einem ausgewählten Kreis zu teilen, während der Hauptaccount öffentlich bleibt.

Die Trennung hilft auch dabei, den Algorithmus präziser zu trainieren. Ein Account, der ausschließlich Fitness-Content postet, wird von Instagram anders kategorisiert und ausgespielt als einer mit gemischten Themen. Das kann die organische Reichweite in der jeweiligen Nische deutlich erhöhen und sorgt dafür, dass die Inhalte genau bei der Zielgruppe landen, die man erreichen möchte.

Sicherheitsaspekte nicht vergessen

Bei aller Bequemlichkeit sollte die Sicherheit nicht zu kurz kommen. Mehrere Accounts bedeuten auch mehrere potenzielle Angriffspunkte. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist daher nicht optional, sondern Pflicht – und zwar für jeden einzelnen Account. Instagram bietet verschiedene Methoden an: SMS-Codes, Authentifizierungs-Apps wie Google Authenticator oder Backup-Codes. Letztere sollte man sich herunterladen und an einem sicheren Ort aufbewahren, denn sie sind die letzte Rettung, wenn man aus einem Account ausgesperrt wird.

Für jeden Account sollte ein eigenes, starkes Passwort verwendet werden. Ja, das macht die Sache komplizierter, aber wer einmal erlebt hat, wie ein gehackter Account die Kettenreaktion für alle anderen auslöst, denkt anders darüber. Password-Manager wie Bitwarden oder 1Password nehmen einem hier die Arbeit ab und synchronisieren alles sicher über alle Geräte hinweg. Sie generieren komplexe Passwörter automatisch und speichern sie verschlüsselt, sodass man sich selbst nur noch ein einziges Master-Passwort merken muss.

Grenzen und praktische Tipps

Die Fünf-Accounts-Grenze gilt pro Gerät und App-Installation. Wer ein Smartphone und ein Tablet nutzt, kann theoretisch zehn verschiedene Accounts parallel verwalten. Allerdings macht das die Sache schnell unübersichtlich und ist für die meisten Nutzer ohnehin überdimensioniert. Die Multi-Account-Funktion ist ein unterschätztes Werkzeug, das den digitalen Alltag erheblich vereinfacht. Statt zwischen Apps zu wechseln oder sich ständig neu anzumelden, hat man alle relevanten Profile mit einem Fingertipp griffbereit. Gerade in Zeiten, in denen die Grenzen zwischen privat und beruflich verschwimmen, schafft diese Funktion die nötige Übersicht und Flexibilität. Mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen und einem klaren Konzept für die verschiedenen Accounts lässt sich Instagram so deutlich effizienter und zielgerichteter nutzen – ohne dass man dabei den Überblick verliert oder ständig zwischen verschiedenen Identitäten jonglieren muss.

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