Euer Mac fühlt sich träge an, obwohl die Hardware eigentlich top ist? Dann solltet ihr einen Blick auf zwei versteckte Einstellungen werfen, die Apple zwar elegant verpackt hat, die aber ordentlich Ressourcen fressen. Die Rede ist von den Animationseffekten und dem falschen Umgang mit geöffneten Programmen. Beide Aspekte können euren Mac spürbar ausbremsen – besonders wenn ihr mit älteren Geräten oder vielen gleichzeitig laufenden Anwendungen arbeitet.
Warum macOS manchmal langsamer ist als nötig
Apple legt großen Wert auf eine optisch ansprechende Benutzeroberfläche. Die sanften Übergänge beim Öffnen von Fenstern, die schwebenden Dock-Animationen und die flüssigen Bewegungen beim Wechseln zwischen Spaces – all das sieht beeindruckend aus, kostet aber Rechenleistung. Bei einem brandneuen MacBook Pro mit M3-Chip merkt man davon nichts. Doch sobald das Gerät ein paar Jahre auf dem Buckel hat oder ihr mit ressourcenintensiven Programmen arbeitet, summieren sich diese kleinen Animationen zu spürbaren Verzögerungen.
Das zweite Problem liegt im Nutzerverhalten: Viele Mac-User schließen Programme, indem sie einfach das rote X-Symbol anklicken. Was die meisten nicht wissen: Die Anwendung läuft im Hintergrund munter weiter und verbraucht Arbeitsspeicher sowie CPU-Leistung. Im Aktivitätsmonitor könnt ihr es selbst sehen – dutzende Programme, von denen ihr dachtet, sie wären längst geschlossen.
Der Reduce Motion-Trick: Mehr Tempo durch weniger Schnickschnack
Die Option Bewegung reduzieren findet ihr in den Systemeinstellungen unter dem Menüpunkt Bedienungshilfen. Ursprünglich wurde diese Funktion für Menschen entwickelt, die empfindlich auf Bewegungen am Bildschirm reagieren oder an Schwindel leiden. Doch sie hat einen willkommenen Nebeneffekt: Euer Mac wird messbar schneller.
So aktiviert ihr Reduce Motion
- Öffnet die Systemeinstellungen über das Apple-Menü links oben
- Navigiert zu Bedienungshilfen
- Wählt in der linken Spalte Bewegung aus
- Setzt den Haken bei Bewegung reduzieren
Der Unterschied ist sofort spürbar: Fenster öffnen sich nicht mehr mit einer eleganten Zoom-Animation, sondern erscheinen einfach. Das Dock verzichtet auf seine spielerischen Bewegungen. Der Wechsel zwischen Vollbildanwendungen erfolgt ohne die charakteristische Wisch-Animation. Was sich zunächst vielleicht ungewohnt anfühlt, macht euer System reaktionsfreudiger – besonders auf älteren Macs oder bei paralleler Nutzung mehrerer Monitore.
Warum das funktioniert
Jede Animation erfordert, dass die Grafikkarte oder der integrierte Grafikchip kontinuierlich Bildschirmaktualisierungen berechnet und darstellt. Weniger Animationen bedeuten gleichzeitig weniger Ressourcen, die darauf verwandt werden müssen. Das Minimieren von Fenstern wirkt schneller als zuvor. Diese Berechnungen beanspruchen hauptsächlich die GPU, doch auch die CPU kann bei älteren Systemen belastet werden. Indem ihr diese Effekte deaktiviert, stehen diese Ressourcen euren tatsächlichen Arbeitsprogrammen zur Verfügung.
Command + Q: Der richtige Weg, Programme zu beenden
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die meisten Mac-Einsteiger – und selbst viele langjährige Nutzer – machen einen fundamentalen Fehler: Sie klicken auf das rote Symbol links oben im Fenster und denken, das Programm sei damit geschlossen. In Wirklichkeit habt ihr lediglich das Fenster zugeklappt. Die Anwendung läuft weiter, verbraucht RAM und belastet den Prozessor.
Der Unterschied zwischen Fenster schließen und App beenden
macOS unterscheidet klar zwischen diesen beiden Aktionen. Wenn ihr das Fenster schließt, bleibt die Anwendung aktiv – erkennbar am kleinen Punkt unter dem App-Symbol im Dock. Das macht durchaus Sinn bei Programmen, die ihr häufig nutzt: Sie starten schneller, wenn sie bereits im Speicher liegen. Doch bei zehn oder zwanzig gleichzeitig geöffneten Programmen wird es problematisch.

Mit Command + Q beendet ihr eine Anwendung vollständig. Der Arbeitsspeicher wird freigegeben, alle Hintergrundprozesse gestoppt. Der Unterschied kann beachtlich sein: Manche Programme wie Chrome oder Photoshop belegen mehrere Gigabyte RAM – selbst wenn ihr sie nur minimiert habt.
Welche Programme solltet ihr wirklich beenden?
Nicht bei allen Anwendungen ist das vollständige Beenden sinnvoll. Einige Programme dürfen ruhig im Hintergrund laufen, sofern sie kaum Ressourcen verbrauchen. Anders sieht es bei diesen Kategorien aus:
- Webbrowser mit vielen geöffneten Tabs sind echte Speicherfresser
- Kreativanwendungen wie Adobe-Programme, Final Cut oder Logic Pro
- Entwicklertools wie Xcode, Docker oder virtuelle Maschinen
- Streaming-Apps wie Spotify oder Netflix im Hintergrund
- Messenger-Dienste, die ihr nicht aktiv nutzt
So findet ihr die größten Ressourcenfresser
Wenn ihr wissen wollt, welche Programme tatsächlich Ressourcen verbrauchen, öffnet den Aktivitätsmonitor. Ihr findet ihn im Ordner Programme unter Dienstprogramme. Sortiert die Liste nach CPU- oder Speicherverbrauch. Ihr werdet überrascht sein, welche Anwendungen im Hintergrund aktiv sind und wie viel RAM sie belegen.
Ein Blick auf die Registerkarte Speicher verrät euch außerdem, wie ausgelastet euer RAM wirklich ist. Wenn der Wert für Auslagerungen kontinuierlich steigt, nutzt macOS bereits die langsamere SSD als Arbeitsspeicher-Ersatz – ein klares Zeichen dafür, dass ihr mehr Programme beenden solltet.
Kombiniert beide Tricks für maximale Wirkung
Die wahre Magie entfaltet sich, wenn ihr beide Methoden kombiniert. Deaktiviert die Animationen für grundsätzlich schnellere Systemreaktionen und gewöhnt euch Command + Q an, um ungenutzten Ballast loszuwerden. Besonders bei Macs mit 8 GB RAM oder älteren Intel-Prozessoren ist der Unterschied beachtlich.
Ein weiterer Vorteil: Euer Mac bleibt auch bei längerer Nutzung reaktionsfreudig. Ohne die ständigen Animationen und mit sauber beendeten Programmen muss macOS seltener auf die Festplatte auslagern. Das schont nicht nur die SSD, sondern sorgt auch dafür, dass euer System nach Stunden intensiver Arbeit noch genauso flott reagiert wie nach dem Start.
Weitere Optimierungen, die Hand in Hand gehen
Während ihr gerade dabei seid, euren Mac aufzuräumen, könnt ihr noch ein paar zusätzliche Stellschrauben drehen. Deaktiviert in den Systemeinstellungen unter Schreibtisch & Dock die Option Fenster beim Beenden einer App schließen. Das verhindert, dass beim nächsten Start einer Anwendung alle vorherigen Fenster wiederhergestellt werden – ein weiterer Geschwindigkeitskiller.
In den Einstellungen für Mitteilungen könnt ihr überflüssige Benachrichtigungen deaktivieren. Jede Notification, die eingeblendet wird, erfordert eine Animation – und die fällt weg, wenn die Mitteilung gar nicht erst erscheint. Diese beiden versteckten Tricks gehören zum Grundwissen jedes Mac-Profis. Sie kosten euch nichts, erfordern keine zusätzliche Software und können eurem System neues Leben einhauchen. Probiert es aus und erlebt selbst, wie viel reaktionsfreudiger euer Mac plötzlich wird.
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