Der Dezember-Trick für Argentinien: Warum kluge Reisende jetzt nach Bariloche fahren, wenn die Natur explodiert und die Massen noch nicht da sind

Wenn der Dezember naht und die Sehnsucht nach Abenteuer in unberührter Natur wächst, gibt es kaum einen besseren Ort als Bariloche. Während auf der Nordhalbkugel die Winterkälte Einzug hält, erwacht Patagonien zum Leben – mit endlosen Sonnenstunden, blühenden Wildblumen und angenehm warmen Temperaturen. Diese argentinische Perle am Fuße der Anden bietet Paaren eine perfekte Mischung aus atemberaubenden Landschaften, kulinarischen Genüssen und romantischen Momenten, ohne dass das Reisebudget gesprengt werden muss.

Warum Bariloche im Dezember eine kluge Wahl ist

Der Dezember markiert den Beginn des patagonischen Sommers, und genau das macht diese Reisezeit so besonders. Die Tage sind lang – die Sonne geht erst gegen 22 Uhr unter – und die Temperaturen bewegen sich angenehm zwischen 15 und 25 Grad. Die Natur explodiert förmlich in Farben: Die Uferpromenaden am Nahuel Huapi-See erstrahlen in sattem Grün, die schneebedeckten Andengipfel bilden einen dramatischen Kontrast zum strahlend blauen Himmel, und überall blühen Lupinen in leuchtenden Violett- und Rosatönen.

Was viele nicht wissen: Der Dezember fällt in Argentinien noch in die Nebensaison, da die Hauptferienzeit erst im Januar beginnt. Das bedeutet moderate Preise für Unterkünfte und deutlich weniger Menschenmassen an den beliebtesten Aussichtspunkten – perfekt für Paare, die romantische Momente in der Natur suchen.

Was diese Region so außergewöhnlich macht

Bariloche liegt eingebettet zwischen kristallklaren Seen und majestätischen Bergen im Herzen des Nahuel Huapi-Nationalparks. Die Stadt selbst wirkt wie ein Stück Schweizer Alpenarchitektur, das auf wundersame Weise nach Südamerika transportiert wurde – mit Steinhäusern, Schokoladenmanufakturen und einer charmanten Hauptstraße, die am Seeufer entlangführt.

Doch der wahre Schatz liegt außerhalb der Stadtgrenzen. Die berühmte Circuito Chico, eine etwa 60 Kilometer lange Panoramaroute, schlängelt sich durch einige der spektakulärsten Landschaften des Kontinents. Türkisblaue Seen spiegeln sich in der Morgensonne, dichte Arrayán-Wälder mit ihren zimtfarbenen Stämmen säumen die Wege, und von den Aussichtspunkten aus eröffnen sich Blicke, die selbst in Fotos kaum ihre volle Pracht wiedergeben können.

Erlebnisse, die nichts oder wenig kosten

Das Schöne an Bariloche ist, dass die besten Erfahrungen oft kostenlos sind. Ein frühmorgendlicher Spaziergang entlang der Küstenpromenade, wenn die Sonne gerade die Bergspitzen vergoldet, kostet nichts außer etwas Willenskraft beim Aufstehen. Die öffentlichen Strände am Nahuel Huapi-See laden zum Baden ein – im Dezember ist das Wasser mit etwa 16 Grad zwar erfrischend, aber durchaus erträglich für Mutige.

Wanderungen durch den Nationalpark sind ebenfalls kostenfrei und führen zu versteckten Wasserfällen, einsamen Buchten und Aussichtspunkten, die den Atem stocken lassen. Der Aufstieg zum Cerro Llao Llao dauert etwa zwei Stunden und belohnt mit einem 360-Grad-Panorama über Seen, Berge und Wälder – ein perfekter Ort für ein mitgebrachtes Picknick mit lokalem Käse und Brot.

Aktivitäten für Abenteuerlustige

Wer bereit ist, ein wenig Geld auszugeben, findet unzählige Möglichkeiten. Kajakverleih an verschiedenen Stränden kostet etwa 12 bis 18 Euro pro Stunde, und das Paddeln auf dem türkisfarbenen Wasser mit Blick auf die Anden gehört zu den unvergesslichsten Erfahrungen. Mountainbikes lassen sich ab etwa 15 Euro pro Tag mieten – ideal, um die Circuito Chico in eigenem Tempo zu erkunden und dort anzuhalten, wo es einem gefällt.

Die Seilbahn zum Cerro Campanario ist mit etwa 20 Euro für zwei Personen eine der günstigeren touristischen Attraktionen und liefert laut National Geographic einen der schönsten Ausblicke der Welt. Wer sparen möchte, kann den Berg auch zu Fuß erklimmen – der Aufstieg dauert etwa eine Stunde und ist gut machbar.

Praktische Tipps für die Fortbewgung

Das öffentliche Bussystem in Bariloche ist überraschend effizient und kostengünstig. Eine Einzelfahrt kostet etwa 0,80 Euro, und die Linien verbinden die Stadt mit allen wichtigen Sehenswürdigkeiten entlang der Circuito Chico. Die Busse fahren im Dezember häufig, und die Fahrer sind meist hilfsbereit, wenn man nach der richtigen Haltestelle fragt.

Für Paare, die mehr Flexibilität wünschen, lohnt sich das Mieten eines Kleinwagens. Die Preise beginnen bei etwa 30 bis 40 Euro pro Tag, und angesichts der Benzinkosten in Argentinien ist das Auto ideal, um entlegenere Orte wie den Lago Mascardi oder die Seven Lakes Route zu erkunden. Die Straßen sind im Sommer gut befahrbar, und das Fahren bietet die Freiheit, spontan an einem besonders schönen Aussichtspunkt zu stoppen.

Trampen ist in dieser Region ebenfalls eine akzeptierte und relativ sichere Option, besonders entlang der touristischen Routen. Viele Reisende und Einheimische nehmen gerne Paare mit, und es ist eine wunderbare Gelegenheit, Geschichten auszutauschen und Geheimtipps zu erfahren.

Unterkunft ohne Luxuspreise

Bariloche bietet eine breite Palette an Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel. Hostels mit Privatzimmern sind besonders beliebt bei Paaren und kosten im Dezember etwa 25 bis 40 Euro pro Nacht. Viele verfügen über Gemeinschaftsküchen, wo man sein eigenes Essen zubereiten und dabei andere Reisende kennenlernen kann – die Atmosphäre ist meist entspannt und freundschaftlich.

Wer mehr Privatsphäre sucht, findet kleine Pensionen und Gästehäuser etwas außerhalb des Zentrums ab etwa 45 Euro pro Nacht. Diese liegen oft direkt am See oder mit Bergblick und bieten ein authentischeres Erlebnis als die größeren Hotels im Zentrum. Im Dezember ist es ratsam, einige Tage im Voraus zu buchen, aber die Situation ist längst nicht so angespannt wie im Januar oder Februar.

Campingplätze innerhalb des Nationalparks sind eine weitere großartige Option für abenteuerlustige Paare. Für etwa 8 bis 15 Euro pro Nacht kann man direkt am Seeufer sein Zelt aufschlagen, umgeben von nichts als Natur. Die Einrichtungen sind einfach, aber funktional, und das Einschlafen unter dem patagonischen Sternenhimmel ist unbezahlbar.

Kulinarik mit lokalem Flair

Essen gehen in Bariloche kann teuer sein, muss es aber nicht. Die lokalen Bäckereien bieten frisches Brot, Croissants und Empanadas für wenige Euro – perfekt für ein Frühstück am See oder ein Wanderlunch. Die Empanadas sind besonders empfehlenswert, gefüllt mit Rindfleisch, Käse oder Gemüse und für etwa 1,50 bis 2 Euro pro Stück erhältlich.

Kleine Parrillas – traditionelle Grillrestaurants – servieren großzügige Portionen argentinisches Rindfleisch für etwa 12 bis 18 Euro pro Person. Das Essen ist einfach, aber von hervorragender Qualität, und die Atmosphäre ist ungezwungen und authentisch. Dazu ein Glas Malbec aus Mendoza, und der Abend ist perfekt.

Wer selbst kochen möchte, findet auf dem Zentralmarkt frische Produkte zu vernünftigen Preisen. Lokaler Käse, luftgetrocknetes Fleisch, frisches Obst und Gemüse – alles, was man für ein romantisches Picknick oder ein selbstgekochtes Abendessen in der Unterkunft braucht.

Die Magie der endlosen Abende

Im Dezember geht die Sonne erst spät unter, und diese langen Abende sind pure Magie. Nach einem Tag voller Wanderungen und Erkundungen kann man am Ufer des Nahuel Huapi sitzen, den Sonnenuntergang beobachten und zusehen, wie die Berge in Rosa- und Orangetönen erstrahlen. Die Luft wird kühl, aber nicht kalt, und die Stille wird nur vom sanften Plätschern der Wellen unterbrochen.

Diese Momente sind es, die eine Reise nach Bariloche im Dezember so besonders machen – nicht die teuren Aktivitäten oder luxuriösen Hotels, sondern die schlichten, aber tief berührenden Erfahrungen in einer der spektakulärsten Naturlandschaften der Welt. Für Paare, die gemeinsam Abenteuer erleben und gleichzeitig das Budget im Blick behalten möchten, ist diese argentinische Perle im patagonischen Sommer eine Wahl, die man nicht bereuen wird.

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Sonnenuntergang am Nahuel Huapi See
Kajak zwischen schneebedeckten Andengipfeln
Wildcamping unter patagonischem Sternenhimmel
Trampen entlang der Circuito Chico
Empanadas am Seeufer frühstücken

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