Wenn die Sommerhitze nachgelassen hat und die Temperaturen in der jordanischen Wüste angenehm mild werden, entfaltet Petra im November seine ganze Magie. Gerade für Paare auf Hochzeitsreise, die etwas Außergewöhnliches suchen, bietet die rosarote Felsenstadt eine perfekte Kulisse für unvergessliche gemeinsame Momente. Ein verlängertes Wochenende reicht aus, um in die Welt der Nabatäer einzutauchen und gleichzeitig die Zweisamkeit in einer der beeindruckendsten antiken Stätten der Welt zu genießen.
Warum Petra im November perfekt für Hochzeitsreisende ist
Der November gehört zu den angenehmsten Reisezeiten für Petra. Die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich um die 20 bis 25 Grad, während die Nächte kühl und klar sind – ideal für romantische Sternenhimmel in der Wüste. Anders als in den überfüllten Frühlingsmonaten könnt ihr die majestätischen Monumente oft in erstaunlicher Ruhe erleben. Wenn die ersten Sonnenstrahlen das Schatzhaus in goldenes Licht tauchen, habt ihr gute Chancen, diesen magischen Moment ohne Menschenmassen zu genießen. Die Wanderwege sind bei diesen Temperaturen angenehm zu begehen, und selbst die anspruchsvolleren Aufstiege lassen sich ohne die erschöpfende Sommerhitze meistern.
Die Felsenstadt und ihre zeitlose Schönheit
Der Weg nach Petra beginnt mit dem Siq, einer schmalen Schlucht, die sich wie ein natürlicher Korridor durch die Felsen schlängelt. Die bis zu 80 Meter hohen Felswände zu beiden Seiten wechseln ihre Farben von sanftem Rosa über tiefes Rot bis zu ockerfarbenen Schattierungen. Nach etwa einem Kilometer öffnet sich der Durchgang plötzlich, und dort steht es: das Schatzhaus, Al-Khazneh, in den Fels gemeißelt mit einer Präzision, die auch nach über 2000 Jahren atemberaubend ist. Die 40 Meter hohe Fassade scheint in der morgendlichen oder spätnachmittäglichen Sonne regelrecht zu leuchten.
Doch Petra ist weit mehr als nur das berühmteste Monument. Hinter dem Schatzhaus erstreckt sich ein ganzes Tal voller Tempel, Gräber und Amphitheater. Die Straße der Fassaden zeigt Dutzende von Grabtempeln, die in die Sandsteinwände gehauen wurden. Jede dieser Strukturen erzählt eine Geschichte, und die verschiedenen architektonischen Stile spiegeln die Handelsbeziehungen der Nabatäer wider, die sich von Rom bis nach Indien erstreckten.
Gemeinsame Abenteuer für Hochzeitsreisende
Für Paare, die gerne aktiv sind, bietet Petra zahlreiche Möglichkeiten. Der Aufstieg zum Kloster Ad-Deir gehört zu den Höhepunkten jedes Besuchs. Etwa 800 in den Fels gehauene Stufen führen hinauf zu diesem monumentalen Bauwerk, das sogar noch größer ist als das Schatzhaus. Der Aufstieg dauert rund 45 Minuten, aber unterwegs könnt ihr immer wieder Pausen einlegen und die Aussicht auf die umliegenden Berge genießen. Oben angekommen erwartet euch nicht nur das imposante Kloster, sondern auch mehrere Aussichtspunkte mit spektakulären Panoramen über die Wüstenlandschaft.
Ein weiterer lohnender Aufstieg führt zum Hohen Opferplatz. Von dort habt ihr einen atemberaubenden Blick über das gesamte Petra-Gelände. Der Abstieg kann über den Wadi Farasa erfolgen, ein Weg, der an weniger besuchten Monumenten vorbeiführt und durch eine beeindruckende Naturlandschaft verläuft.
Wer es etwas ruhiger angehen möchte, kann den Tag damit verbringen, durch die verschiedenen Bereiche der Stadt zu schlendern, sich Zeit für Details zu nehmen und die besondere Atmosphäre aufzusaugen. Setzt euch vor das römische Theater, beobachtet, wie sich das Licht verändert, und lasst die Geschichte auf euch wirken.
Petra bei Nacht – ein romantisches Erlebnis
An mehreren Abenden pro Woche wird der Siq mit tausenden Kerzen beleuchtet. Dieser Spaziergang durch die flackernde Schlucht bis zum illuminierten Schatzhaus gehört zu den romantischsten Erlebnissen, die Petra zu bieten hat. Die Stille der Nacht, unterbrochen nur von traditioneller Musik, schafft eine Atmosphäre, die perfekt für Hochzeitsreisende ist. Der Eintrittspreis liegt bei etwa 18 Euro pro Person zusätzlich zum regulären Petra-Ticket.
Praktische Tipps für ein budgetfreundliches Wochenende
Anreise und Fortbewegung
Von der Hauptstadt Amman erreicht ihr Petra in etwa drei Stunden mit dem öffentlichen Bus. Die Fahrt kostet zwischen 8 und 12 Euro pro Person und ist die günstigste Option. Die Busse fahren vom südlichen Busbahnhof ab, meist am Vormittag. Eine weitere kostengünstige Möglichkeit sind Sammeltaxis, die etwas teurer sind, aber flexiblere Abfahrtszeiten bieten. Vor Ort im Dorf Wadi Musa, das direkt am Eingang zu Petra liegt, könnt ihr alles zu Fuß erreichen.

Unterkunft mit Charme zum kleinen Preis
Wadi Musa bietet eine breite Palette an Unterkünften. Für Hochzeitsreisende mit kleinem Budget gibt es charmante kleine Gästehäuser mit Doppelzimmern ab etwa 30 bis 40 Euro pro Nacht. Viele dieser Unterkünfte werden von einheimischen Familien geführt und bieten einen authentischen Einblick in die jordanische Gastfreundschaft. Die Zimmer sind oft einfach, aber sauber und komfortabel. Einige verfügen über Terrassen mit Blick auf die umliegenden Berge – perfekt für einen morgendlichen Kaffee zu zweit.
Wer etwas mehr ausgeben möchte, findet im mittleren Preissegment zwischen 60 und 80 Euro pro Nacht schöne Zimmer mit mehr Annehmlichkeiten. Bucht am besten einige Wochen im Voraus, um die besten Optionen zu sichern.
Kulinarik ohne das Budget zu sprengen
Die jordanische Küche ist schmackhaft und erschwinglich. In den zahlreichen lokalen Restaurants in Wadi Musa bekommt ihr authentische Gerichte zu fairen Preisen. Ein Falafel-Sandwich kostet etwa 1,50 bis 2 Euro, ein komplettes Mansaf – das Nationalgericht aus Lamm, Reis und fermentierter Joghurtsauce – gibt es ab 8 bis 10 Euro für zwei Personen. Die Mezze-Teller mit verschiedenen Vorspeisen wie Hummus, Baba Ghanoush und Tabouleh sind perfekt zum Teilen und kosten zwischen 5 und 8 Euro.
Plant unbedingt ein Picknick innerhalb von Petra ein. Kauft morgens in einem der kleinen Läden im Dorf frisches Fladenbrot, Oliven, Käse und Obst für zusammen etwa 5 bis 7 Euro. So könnt ihr eure Mittagspause an einem der vielen schönen Plätze innerhalb der archäologischen Stätte genießen und gleichzeitig Geld sparen. Innerhalb von Petra gibt es zwar kleine Stände, die Snacks und Getränke verkaufen, diese sind jedoch deutlich teurer.
Eintrittskarten clever nutzen
Der Eintritt nach Petra ist mit etwa 56 Euro für ein Tagesticket nicht ganz günstig. Für ein Wochenende lohnt sich jedoch das Zwei-Tages-Ticket für rund 63 Euro. Das gibt euch die Möglichkeit, die Stätte ohne Zeitdruck zu erkunden und auch entlegenere Bereiche zu besuchen. Geht am ersten Tag früh los, um die Hauptsehenswürdigkeiten in Ruhe zu erleben, und nutzt den zweiten Tag für die weniger überlaufenen Wanderwege.
Jenseits von Petra: Die Umgebung entdecken
Falls ihr noch Zeit übrig habt, lohnt sich ein Abstecher nach Little Petra, etwa zehn Kilometer nördlich gelegen. Diese kleinere archäologische Stätte ist kostenlos zugänglich und bietet einen faszinierenden Einblick in das nabatäische Leben. Die Felshöhlen, die einst als Karawanserei dienten, sind weniger touristisch und ermöglichen ein intimeres Erlebnis. Ein Taxi dorthin kostet etwa 8 bis 10 Euro für die Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit.
Die Landschaft rund um Petra eignet sich hervorragend für Spaziergänge und Wanderungen. Die beduinischen Gemeinden in der Umgebung bieten manchmal spontane Einladungen zu Tee in ihren Zelten – eine wunderbare Gelegenheit, mehr über die lokale Kultur zu erfahren und die berühmte arabische Gastfreundschaft zu erleben.
Fotografische Erinnerungen festhalten
Die besten Lichtverhältnisse für Fotos habt ihr früh morgens und am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Felsen in warme Farbtöne taucht. Das Schatzhaus wird morgens von der Sonne angestrahlt, während das Kloster eher nachmittags im besten Licht liegt. Plant eure Route entsprechend, um die schönsten Aufnahmen eurer Hochzeitsreise zu bekommen. Der November bietet dabei den Vorteil klarer Himmel und angenehmer Lichtverhältnisse ohne die extremen Kontraste des Sommers.
Ein verlängertes Wochenende in Petra im November verbindet Abenteuer, Romantik und kulturelle Bereicherung zu einem erschwinglichen Preis. Die einzigartige Atmosphäre dieser jahrtausendealten Felsenstadt bietet den perfekten Rahmen, um als frisch vermähltes Paar gemeinsame Erinnerungen zu schaffen, die ein Leben lang halten werden.
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